Viele Marken wurden über die Jahre mehrfach mit demselben Motiv gedruckt, und die einzigen sichtbaren Unterschiede sind die Zähnung oder ein im Papier verborgenes Wasserzeichen. Kataloge führen diese als eigene Marken, und ihre Werte können sich stark unterscheiden. So prüfst du beides.

Zähnungsschlüssel: Was „Zähnung 14“ bedeutet

Die Zähnungsangabe ist die Anzahl der Löcher (bzw. Zähne) auf 2 Zentimetern. Eine Marke mit „Zähnung 14“ hat 14 Löcher pro 2 cm, eine mit „Zähnung 11½“ entsprechend 11½.

So misst du:

  1. Leg die Marke auf einen Zähnungsschlüssel, eine Karte oder ein durchsichtiges Kunststofflineal mit Punktreihen für jede Zähnungsgröße. Zähnungsschlüssel gibt es günstig bei jedem Briefmarkenhändler.
  2. Verschiebe die Marke, bis die Zähne einer Kante genau mit einer Punktreihe übereinstimmen.
  3. Lies die Zahl an dieser Reihe ab.
  4. Miss die obere Kante und eine Seitenkante, denn beide können sich unterscheiden. Eine Marke kann „Zähnung 14 : 13½“ haben, wobei der waagerechte Wert zuerst genannt wird.

Andere Trennungsarten

  • Ungezähnt. Ohne Zähnung, mit der Schere getrennt. Frühe Marken vor etwa 1855 waren alle ungezähnt. Prüfe bei späteren Marken die Ränder: Eine vermeintlich ungezähnte Marke kann einfach eine beschnittene gezähnte Marke sein.
  • Durchstochen. Das Papier wurde eingeschnitten oder eingestochen statt ausgestanzt, es fehlen also keine Löcher.
  • Gestanzt. Selbstklebende Marken mit wellenförmigen oder geraden Stanzkanten. Sie werden genauso gemessen wie die Zähnung.
  • Glatter Rand. Eine oder zwei ungezähnte Seiten, typisch für Marken aus Markenheftchen, Rollen und vom Bogenrand.

Wasserzeichen finden

Ein Wasserzeichen ist ein Muster – etwa eine Krone, Buchstaben, ein Stern oder ein Ornament –, das bei der Herstellung ins Papier eingepresst wurde. Es zeigt sich als dünnere Stellen im Papier. So machst du es sichtbar:

  • Gegen das Licht halten oder mit der Bildseite nach unten auf eine dunkle Fläche legen. Das funktioniert bei deutlichen Wasserzeichen.
  • Wasserzeichenschale und -flüssigkeit. Leg die Marke mit der Bildseite nach unten in eine schwarze Schale und gib einige Tropfen Wasserzeichenflüssigkeit dazu. Das Wasserzeichen erscheint für einige Sekunden als dunkle Linien. Die Flüssigkeit verdunstet, ohne den meisten Marken zu schaden, aber verwende sie nicht bei Rastertiefdruckmarken und manchen modernen Farben, die verlaufen können, und nicht bei selbstklebenden Marken.
  • Elektronische Wasserzeichensucher arbeiten mit Lichtfiltern und sind für jede Marke unbedenklich.

Notiere, ob das Wasserzeichen stehend, kopfstehend, liegend oder seitenverkehrt ist, denn Kataloge führen diese Varianten getrennt, und manche sind selten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Die britischen Machin-Freimarken und viele Commonwealth-Marken aus der Zeit von König Georg V. und VI. gibt es in zahlreichen Auflagen, die sich nur in Zähnung, Papier und Wasserzeichen unterscheiden. Zwei Marken mit identischer Farbe und identischem Motiv können je nach diesen Details sehr unterschiedlich viel wert sein – deshalb prüfen Spezialsammler sie immer.

Alles zusammen

Bestimme zuerst Land und Ausgabe (so geht's) und ermittle dann anhand von Zähnung und Wasserzeichen die genaue Katalognummer. AI Stamp erkennt die Ausgabe anhand eines Fotos, und deine Notizen zu Zähnung und Wasserzeichen bleiben bei der Marke in deiner Sammlung.